HAIYEM-Lexikon der Neuzeit

»Lexikon der Jugend« des Algain Haiyem, um 19-3, in der stolzen Stadt Uncemhen. Eine Auswahl an Artikeln. Fragmente.

30-Meter-Verordnung

Um der Gentrifizierung entgegenzuwirken und Menschen aller Schichten auf die Fläche der Stadt gleichmäßig zu verteilen, beschloss die Regierung Nytakas noch in den ersten Tagen, dass die untersten 30m jedes Gebäude nutzbar für die ärmsten Bevölkerungsschichten sein muss. Dabei wurden die Parameter der Bestimmung mehrfach geändert, um den richtigen Menschen zu helfen und um Tricks der Eigentümer zu bekämpfen.

Allerdings wurde dabei die soziokulturelle Sortierung der Bevölkerung auf der Fläche in eine des Raumes verschoben. Eine Bekämpfung der 3D-Sortierung wird allerdings von keiner politischen Kraft angestrebt.

Ata-Jahre

Zeitliche Eingrenzung

Als Ata-Jahre bezeichnet man die Zeit von 11925,75 bis ins Jahr 16, genauer gesagt 15.060, der offiziellen Ausrufung des Endes der »vorerstigen Fittmachung«.

Reformpunkte

Als bedeutendste Reformpunkte standen Zeit, Sprache, Städtebau, Volksernährung, Wirtschaftspolitik, Architektur und Demokratisierung auf der Agenda.

Namensgebung

Es ist unklar, wann der Begriff das erste Mal verwendet wurde. Je nach Quelle gibt es verschiedene Theorien.

Die populäre, scheinbar allumfassende Größenwahntheorie beschreibt Nytakas als einen irregewordenen Herrscher, der sich zu schöpferischen Höchstleistungen imstande sah und konsistente und kohärente Systematiken für die Welt und die Zeit erschaffen haben soll. Dies deckt sich mit der Systematik seiner »Offenbarung«, seinem Tagebuch. Dabei hat er mit einer Kombination aus ihm sinnvoll erscheinenden Vokalen, Konsonanten und nochmals Vokalen stimmige Begriffe für Elemente schaffen wollen. Dabei bedeutet »ATA« der Theorie nach etwa »der Beginn der letzten Zeit vor dem Paradies«. Zum Zeitpunkt »ATA« soll die Reformzeit beginnen, welche am Ende von fünf Intervallen die achte Epoche einläuten sollte und mit diesem Ende der Reformen die Zeit der »paradiesischen Mechanismen« beginnen lassen.

Die Atatürk-Theorie beruft sich dagegen auf Reden und Zeitzeugenberichte, die daraufhindeuten, dass sich Nytakas als Erbe des großen türkischen Reformers Kemal Mustafa Atatürk, einem der bedeutendsten Herrscher der Alten Welt, sah. Es ihm gleich tuend nutzte Nytakas seine Macht und Gelegenheit und transformierte eine überraschte, aber beherrschbare und beherrschte Masse innerhalb kürzester Zeit.

BAT

Allgemeines

Als BATs (= Bracelette Aggravation Technology) bezeichnet man die politisch umstrittenen digitalen Endgeräte, die ähnlich einem 3D-Fernsehgerät aus alten Tagen Bild und Ton übertragen, aber dazu noch mittels Armband und winziger Nadel am Arm den Hormonhaushalt kontrollieren und Gefühle induzieren. Dabei wird – so Herstellerangaben – das kompletteste Film- oder Abenteuererlebnis geboten.

Erstmals kam 17.645 NZ ein BAT heraus. Trotz der anfänglich hohen Preise war die Nachfrage nach diesem schnell als unvernünftig verrufenen »Spielzeug« groß und die Möglichkeiten wurden immer schneller ausgenutzt. Während anfangs bloß bei Kurzfilmen synchronisiert zu Actionszenen kleine Dosen an Adrenalin induziert wurden, kamen schnell andere Hormone und größere Dosen zum Einsatz.

Obwohl die BATs noch immer als nicht vollkommen ausgereift gelten, sind bereits Nachrichtenformate, Spiele und unzählige Formate zur zwischenmenschlichen Kommunikation über Distanz in Entwicklung.

Bei den Oberen der meisten Städte sind BATs verpönt und werden erfolgreich verteufelt. Doch es ist zu befürchten, dass BATs mit fortschreitender Technologie auch in der oberen Jugend Annukis erfolgreich angenommen werden.

Trivia

Hersteller warben unter anderem mit dem Slogan: »Wissen reicht nicht: Fühl, wie es ist, einen Nagel im Kopf zu haben« und mit: »Dir hat es nie gereicht, zu wissen, was oder wie jemand Science-Fiction-Food isst, da du wissen wolltest, wie es ist?«

BAT-IG-Maximum

Das BAT-IG-Maximum ist der Versuch der Umsetzung eines gesetzlich festgelegten Wertes für die Übertragung von Gefühlen via Superdimension-Fernsehgeräten (BATs). Während zwar schon in der alten Zeit, vor den Ata-Jahren, die Möglichkeit einer Abhängigkeit vom Fernsehgerät geprüft wurde, kamen mit der neuen Technologie mehr Probleme auf.

Immer mehr Menschen gaben sich den BATs völlig hin und verwahrlosten zusehens.

Befürworter eines Verbotes der BATs sprechen davon, dass es sich um eine High-Tech-Droge handelt, während andere dabei von Zensur sprechen und sowohl Presse- als auch Kunstfreiheit in Gefahr sehen. Der Zugriff auf mehr Sinne sei nichts weiter als eine logische Weiterentwicklung der Medien als Träger von Informationen, welche nicht staatlich zensiert werden dürften.

Einserstrafe

Die Einserstrafe wird verhängt für fast alle Formen von Verbrechen, bei denen nicht eine Person unmittelbar geschädigt wurde, sondern Unternehmen, die Gemeinschaft, Vereine oder der Staat in seiner Integrität.

Dabei ist es Einser-Menschen verboten, für eine individuell bestimmte Zeit, öffentliche oder repräsentative Ämter oder Aufgaben in Unternehmen, Parteien, Vereinen oder im Staat zu übernehmen. Darüber hinaus ist das Haben oder Erwerben von Eigentum in dieser Zeit verboten, altes Eigentum wird verstaatlicht.

Betroffen sind unter anderem meist Steuersünder, Versicherungsbetrüger oder auch Besitzer von Kinderpornografie.[1]

Erdstreifenplan

Noch in der Zeit der Ata-Jahre wurde der große Plan der Humanisierung auch auf Arbeitszeiten der Bevölkerung ausgedehnt. Ziel sollte es sein, Nachtschichten generell zu verbannen, wo sie unnötig sind, und off-zu-shoren, wenn es notwendige Dienstleistungen sind. Zu letzteren Dienstleistungen gehören die Video-Überwachung des öffentlichen, schienengeführten Verkehr, die Überwachung der Einhaltung aller Regeln im (motorisierten) Indidividualverkehr, die Überwachung von Recht und Ordnung (mittels Kameras und fernsteuerbaren Waffensystemen).

Als Ziel der Offshore-Aktivitäten sollte man auf gleichem Breitengrad östlich oder westlich eine Region finden, die zur Nachtzeit der Heimatregion humane Arbeitszeiten bot, also Sonnenstunden.

Da aber das Offshoring, und hier auch das Outsourcen, im Bereich sicherheitsrelevanter Dienstleistungen durchaus delikat sind, wären sie am besten nur dort anzusiedeln, wo das eigene Staatsgebiet noch Wirkung hat. Für kleine Staaten mit geringer Ost-West-Ausdehnung steht dieses Offshoring nur mit Interessenkonflikten zur Option. Bei einer Bildung einer Interessengemeinschaft, einem Staatenbund, bei dem das Versagen der Lieferung entsprechender Dienstleistungen eines Staates, an einen anderen Staat negative Auswirkungen in der nächsten Schicht haben könnte, wären Interessen an der Qualität der Dienstleistung eher breit aufgestellt.

Der Plan wurde nie umgesetzt.

Freeland

Begriff

Geläufig sind auch Freiland, Keindingland, Nomanland und NoThingLand, wie auch viele weitere – je nach Region. Erstmals begrifflich geprägt wurden diese geografischen Räume durch Nytakas in der Rede vom 11.925 als Freeland.

Zuordnung

Bezeichnet werden mit Freeland alle Landschaftszüge des freien und fortschrittlichen Europas, die zwischen den 69 Städten liegen. Die je von 5 bis 20 Millionen Einwohnern besiedelten Städte sind damit Inseln der menschlichen Zivilisation Europas inmitten eines nunmehr naturbelassenen Ortes.

[…]

Entwicklung

Schon vor 11.925, in den Tagen der Alten Zeit gab es Planungen, Städte zu fusionieren und kleine Einheiten in größere zusammenzufassen für eine effizientere Verwaltung.

[…]

Ruhr, eine der größten Städte Zentraleuropas ist – exemplarisch für viele Ballungsgebiete Europas – eine polyzentrische Einheit zu Beginn der Ata-Jahre gewesen. Fehlerhafte Planungen der Alten Zeit schafften zwischen großen Zentren flache und dünne Siedlungsgebiete, anstatt die mit einer größeren Einwohnerdichte eingehende Effizienzsteigerung der Versorgung anzustreben. Doch wurden hier die zwischenzentrischen Bebauungsgebiete aufgewertet und umstrukturiert, da sie keine Randlage hatten. So wurde aus ihnen kein Freeland, sondern ein stolzer Teil der Metropole Ruhr.

[…]

Reglungen des FFE

Freiheit ist das Schlagwort unserer Zeit für das Freiland. Doch das oberste Gebot und Gründungsanliegen ist der Umweltschutz, so begründete Nytakas noch am ersten Tag seines Präsidentschaft in den zentralen Thesen zur vernünftigen Modernisierung und Humanisierung des geeinten Europas.

Zur Umsetzung der 7 Freiland-Richtlinien halfen die Effizienzsteigerung des primären Sektors der Wirtschaft und der niedrigere Ressourcenverbrauch der Zivilisation und der damit einhergehende gesunkene Bedarf an Fläche pro Erdbewohner. Auch das die von Nytakas angestoßene radikale Urbanisierung ihr Übriges.

  • Eingriffe in die Naturräume dürfen nicht irreversibler Natur sein.
  • Kulturräume und Naturräume sind zu trennen.
  • Kulturrauminseln sind in ihrer Flächenausdehnung so kompakt wie nötig und zumutbar zu halten.
  • Im Einklang mit der Natur in Naturräumen zu leben ist angeborenes Menschenrecht.
  • Naturräume gehören Pflanzen und nichtmenschlichen Tieren.
  • Bebauungen innerhalb der Naturräume sind nur gestattet in Form von Tunneln oder Brücken über Baumkronen, wobei […]
  • In Naturräumen dürfen nur Materialen in menschlichem Besitz oder Eigentum sein, die vollständig kompostierbar sind. Verstöße sind durch die Aufsicht der nächstgelegenen Kulturrauminsel (Stadt) mittels Helikoptern oder Drohnen mit freier Waffenwahl nachhaltig zu ahnden.

Freilandmenschwesen

Die meisten Freilandbewohner sind entgegen vieler in den Städten Europas kursierender Vorurteilen eben keine Verbrecher oder freiwillig aus der Gesellschaft in den anarchistischen Raum übergetretene Wilde. Den größten Anteil der Bewohner Freelands machen Geflüchtete Menschen von anderen Kontinenten aus, deren Aufnahme-Anträge von Gesellschaften der Städte Zentraleuropas gewöhnlich abgelehnt werden. Es wird von aufnahmewilligeren Städten Europas nicht kritisiert, dass die jeweiligen Stadtbevölkerungen ihre Mitglieder selbst wählen, so auch kritisiert man in Städten wie Ruhr, Erlbin oder Annuki auch die Präsenz einer größeren Anzahl an Menschen aus anderen Teilen der Erde nicht – wohl überwiegend aus Unwissenheit, aber wohl auch aus beruhigenden Gründen humaner Ideale.

Ein Bruchteil der Freilandbevölkerung setzt sich zusammen aus Menschen, die Verbrechen in Städten begehen oder aus einer städtischen Gesellschaft austreten wollten. Nicht wenige dieser beiden Gruppen haben als Gemeinsamkeit, in eine andere Stadt wechseln zu wollen.

Dabei mangelt es vielen, die freiwillig eine städtische Gemeinschaft[2] verlassen an finanziellen Mitteln, sich über die S-Ebene, also den wenigen Brücken-Verbindungen zwischen den Städten mit ihrem Hab und Gut zu bewegen. So landen viele Menschen aufgrund von materieller Armut im Freiland, oft auf Dauer, da der Weg in der (fast) gesetzlosen Natur recht beschwerlich ist.

An gesetzlichen Kenntnissen mangelt es dagegen vielen Verbrechern, die nach den Ata-Jahren meinten, sie könnten nur aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen werden durch Verbrechen und vollkommen frei anderen Orts beginnen. Doch der digitale Datenaustausch zwischen Europas Städten unter der Obhut der zentralen Institutionen des FFE in Annuki erlaubt es den jeweils gewählten Stadt-Abgeordneten in entsprechenden Ausschüssen, Aufnahme-Anträge abzulehnen, wenn die in einer anderen Stadt verübten Verbrechen auch bei ihnen ähnlich bestraft werden würden. Auch Abstimmungen, auf die Asylsuchende vor den Toren einer jeden Stadt Recht haben, müssen von den Wahlberechtigten der Städte nicht ohne diese Informationen entschieden werden. So kam es beispielsweise in der noch recht jungen Geschichte Dolnons erst ein einziges Mal vor, dass ein verurteiltes Schwerverbrecherchen in einer Abstimmung aufgenommen wurde und ordentlicher Stadtbewohner mit allen Rechten wurde. Dadurch erwarb es sich auch, Besitz in der Stadt zu erwerben und auf eigene Konten auf Europas Banken zuzugreifen.[3]

Natürlich sind einige wenige Menschen im Freiland auch auf Abenteuertrips und versuchen der oder ihrer Natur nahe zu kommen. Davon ist allerdings abzuraten, wenn man mittellos ist, da man sonst ohne Seil oder doppelten Boden unterwegs ist. Nur mittels Aufwendung einiger Kosten hat man notfalls einen Helikopter parat, über den man zurückkommt oder man andere Freiwaldbewohner bezahlen kann.

Geschlecht

Eine im 12. Jahr NZ für den Staat abgeschaffte Kategorie. Von ebendieser zu sprechen wurde zunächst nur politisch verpönt, doch auch in Kreisen der höheren wie auch niederen Schichten fand diese Kategorie in der Sprache keinen Raum mehr.

Realexistierende statistische Unterschiede zwischen zwei auffindbaren sog. Geschlechtshäufungen sind das einzige geschlechtsähnliche Unterscheidungsmerkmal, das noch wissenschaftliche oder gesellschaftliche Beachtung findet, so schließlich auch die üblichen Paarungen zwischen Menschen meist eine Zuordnung zwischen zwei Menschen aus unterschiedlichen Gruppen zu beobachten ist.

Politische Folgen dieser Abschaffung waren vielfältig, insbesondere in der Ansprache des Staates an die Bürger.

Namen von Menschen in Annuki

Schon in der Altzeit wurden Namen von Menschen staatlich reguliert. Ob und wie Nachnamen von Kindern mit den Nachnamen eines oder mehrerer Eltern zusammenhingen, war Gegenstand von umfangreichen Gesetzen. Auch wurde immer eingeschränkt, welche Vornamen genehmigt wurden. Dabei waren immer Nachnahmen vom Ausstreben bedroht und Kinder waren nicht selten einem einzigen Erwachsenen zuzuordnen, einem anderen dabei vielleicht nicht und von Namen hingen Zukunftsperspektiven ab. Außerdem waren Namen früher eine mögliche konfliktträchtige Frage bei Hochzeiten.

Die Namensgebung der Neuzeit in Annuki wurde größtenteils neureguliert. Vornamen wurden komplett dereguliert, obwohl sich eine gewisse Tradition und Eigenheit im Vergleich zu anderen Städten herausgebildet hat und besonders beliebte Muster erkennbar sind.

Die Bildung von Nachnamen ist dabei vollkommen in der Hand einer staatlichen Lotterie, die für in Annuki geborene Menschen zwei Silben aus einem Fundus zusammensetzt.

Die Änderung von Namen steht Menschen Annukis per […]

Neuzeit

Generelles zur Neuzeit

Als Neuzeit bezeichnet man die neue Zeitrechnung, die unmittelbar anschließend an die Wahl Nytakas Suigers 11.925 (25.08.2032 AZ) eingeführt wurde.

Geographischer Ankerpunkt für diese Zeit ist die Hauptstadt des FFE, Annuki. Innerhalb Europas gilt exakt dieselbe Zeit, jedoch wird beispielsweise deutlich östlich von Annuki der Tagesanbruch der Neuzeit .0 (oder »,0«) nicht mit Mitternacht assoziiert, sondern schon mit dem frühen, aber hellem Morgen; umspannte das FFE die gesamte Erde, so würde es auf einem Längengrad Orte geben, der zur Zeit .0 statt von »Midnight« eben von »Midday« sprechen müsste.

Probleme der Altzeit

Die Altzeit basierte unter anderem auf verschiedenen astronomischen Gegebenheiten, die zusammen nur schwerlich in ein ganzzahliges Zeitsystem zu bringen waren:

Der Tag war die basalste Einheit. Sie beruhte im Grundsatz auf der Drehbewegung unseres Planeten um seine eigene Achse. Die Dauer davon war und ist ungefähr ein Tag. Am Tag richteten Menschen ihr Leben aus. Das Bedürfnis, Aktivität und Ruhephasen einzulegen, war und ist meist von Tag zu Tag gleich.[4] Wir strukturierten und strukturieren unser Leben in den Einheiten der Tage, da diese sich nicht bloß oft wiederholen, sondern auch unseren biologischen Bedürfnissen gerecht wurden und gerecht werden. Nicht nur Individuen, sondern auch Gesellschaften mit ihren Wirtschafts- und Rechtssystemen richten sich in der Hauptsache an Tagen und nicht an Stunden, Minuten oder Sekunden aus. Die Wiederholungen von bewussten Tätigkeiten basieren auf Tagen. Was in einer kleineren Zeiteinheit wiederholt wird, ist meist unbewusst wie das Atmen oder unwillentlich wie die Defäkation. Größere Zeiteinheiten sind bloß Wiederholungen dieser täglichen Wiederholungen. Der Tag war somit die zentrale Einheit und ist es berechtigterweise noch immer.

Die Woche war eine Zeiteinheit, die weniger biologischen als vielmehr kulturellen Bedürfnissen oder von der Wirtschaft verursachten Bedürfnissen entsprungen ist. Eine Katze braucht keine Wochen; weder Hauskatzen noch wilde Löwen müssen sich mit mehr als Tagen beschäftigen. Die Struktur der Wochen stammt aus biblischen Zeiten. Es ist der Wechsel zwischen den täglichen Wiederholungen mit einer Arbeitsbelastung und dem Tag (7.) bzw. den Tagen, die man zum Wochenende zusammenfasst, und denen es an einer bezahlten Arbeit mangelt. Eine Eigenart der Wochenenden der Alten Zeit war es, dass es theoretisch nur Arbeit an Wochenenden gab für Menschen, die gesellschaftlich hochwichtige Arbeit verrichteten, und ohne die die Gesellschaft zusammenbrechen oder Chaos ausbrechen würde. Dazu gehörten Menschen auf Polizeistationen, in Krankenhäusern, in Verkehrsleitzentralen, aber auch Menschen, die in Cafés, in Restaurants oder auf Jahrmärkten arbeiteten – oder an verkaufsfreien Sonntagen in gewöhnlichen Läden. Wochen strukturieren noch heute das gesellschaftliche Leben, wenn auch etwas anders als früher. Sie hatten eine kulturelle Funktion und gliederten sie in 7 Tage.

Der Monat war eine Mischung aus einer kulturellen Funktion und einer Einheit, die der Astronomie entsprang. Zugleich war jeder einzelne Monat einer Jahreszeit zugeordnet, auf welche später eingegangen wird. Die astronomische Zuordnung war die Umrundung der Erde durch den Mond. Doch natürlich war diese Zuordnung nicht perfekt. Wir arbeiten gerne ganzzahlig und so wurde grob von 28, 29, 30 oder 31 Tagen ausgegangen, da sich ein Monat noch in einer ganzzahligen Anzahl in ein Jahr einpassen musste. Idealerweise hätte der Monat auch noch 4 Wochen beinhaltet, doch das war kaum sinnvoll zu gestalten, wie viele Versuche und Arbeiten an Kalendern in der Geschichte zeigten.

Das Jahr ist einst eine sehr, sehr sinnvolle Zeitgröße gewesen und beeinflusst uns noch immer. Der Sinn dieser Einheit geht über die Kultur hinaus und beeinflusst sogar die Biologie und das Paarungsverhalten der erwähnten Katze. Doch auch uns Menschen hatte diese Einheit beeinflusst. Die Landwirtschaft hing zu einem großen Maße davon ab, welches Wetter herrschte und dieses war statistisch gut an die Struktur eines Jahres zu binden. Das Jahr ist in dem astronomischen Sinn die Zeit des Umlaufs der Erde um die Sonne und beherrscht damit die typischen Eigenschaften von den vier Jahreszeiten, von denen noch heute die Rede ist. Damit hatte dieses Jahr eine landwirtschaftliche und nicht bloß gesellschaftlich-politische Bedeutung. Das Jahr hatte 12 Monate und ungefähr 52 Wochen und meist 365 Tage. Doch auch die Arbeitsgesellschaft fand nochmals eine Gliederung in dieser Einheit. Zu den arbeitsfreien Tagen im Wochenrhythmus gab es noch im jährlichen Rhythmus einen Jahresurlaub von etwa 24 bis 30 Tagen.

Die Probleme sind nun größtenteils offensichtlich geworden: Es ist schwierig, ganzzahlig Jahre, Monate, Wochen und Tage in einer festen Anzahl von Tagen zu halten und dabei ihr Verhältnis zueinander nicht zu verändern.

Unter den unzähligen Vorschlägen von Kalenderentwürfen sind auch solche, die ganz offen die Probleme des bis 11.925 NZ vorherrschenden Kalenders angingen. Sie schlugen Kalender vor, die immer die gleiche Anzahl an Tagen, Wochen oder Monaten hatten, aber meist noch spezielle Tage, um die Schwächen des jeweiligen Kalenders, die dennoch existierten, auszugleichen. Kein Kalender genügt der menschlichen Ästhetik, dem Anspruch an Nutzen und den Schwierigkeiten der Astronomie.

Doch blieb bestehen, dass es ästhetische, biologische und gesellschaftliche Anforderungen gab.

Die Neuzeit und ihre Berechnungen

Die Neuzeit nimmt als Berechnungsgrundlage den Tag als die grundsätzlichste aller Zeiteinheiten, die wichtigste biologische nämlich. Jede Stelle vor dem Komma bietet, da die Neuzeit vollkommen dezimal gestaltet ist, eine eigene Zeiteinheit mit gewissen gesellschaftlichen Funktionen. Ebenso zeigen die Stellen nach dem Komma kleinere, dem Tag untergeordnete, Zeiteinheiten.

Was in der Altzeit (oder »Alten Zeit« oder »AZ«) ein Tag war, ist es in der Neuzeit (»NZ«) auch. Ein Tag bleibt ein Tag, denn die Widerstände gegen einen neuen Tag wären unauflösbar und dazu mangelt es an Gründen, am Tag zu rütteln.

Dagegen fielen alle anderen astronomischen Einheiten der Neuzeit zum Opfer. Ihre Zeit war vorüber, ihr Nutzen fiel weg, sie waren schlicht obsolet.

Eine Woche sind 10 Tage. Ein Monat sind 100 Tage. Ein Jahr sind 1.000 Tage.

Ein Tag besteht aus 10 Stunden mit je 10 Minuten, welche je 10 Sekunden haben. Jede Sekunde hat wiederum 10 Zehntelsekunden und 100 Hundertsten Sekunden – wie gewohnt.[5]

Eine Stunde (NZ) ist nun ein Zehntel eines Tages und 2,4 alte Stunden. Dazu besteht sie aus 144 alten Minuten oder eben aus 10 neuen Minuten.[6]

Zur Veranschaulichung:

Altzeit und Neuzeit

Wie auch die Altzeit benötigte die Neuzeit einen Nullpunkt. Die Sehnsucht nach einem absoluten Nullpunkt ist groß gewesen, jedoch war dies kaum sinnvoll umzusetzen – und aus naturwissenschaftlicher wie philosophischer Sicht äußerst schwierig. So einigte man sich trotz des schlechteren Skalenniveaus auf einen künstlichen Nullpunkt. Man wählte den 1.1.2000 um 0:00 (AZ), sodass 24 Stunden (AZ) später das Datum in der Neuzeit genau 1 war und man mit der Sekunde darauf sich schon im Tag 2 wiederfand. Man begann das Jahr, den Monat, die Woche also komplett im jeweils ersten.

Wie sich die neue Woche gestaltet

Die Neuheiten der Zeitrechnung brachten Veränderungen auf allen Ebenen und in allen Dimensionen für die Menschen des Landes. So wurden basale Strukturen aufgebrochen und neue mussten gelernt werden. Die Gesellschaft hatte sich in eine neue Welt einzufügen.

Eine der größten Änderungen traf die Woche. Das heute kaum noch vorstellbare Intervall von 7 Tagen bestand aus fünf regulären Arbeitstagen und zwei Ruhetagen (6.+7. Tag), wovon der siebte Tag der bedeutendere und stärker regulierte Tag gewesen war. 71,4% aller Wochentage waren unfrei von der Arbeit. Die Einführung der logisch-notwendigen 10-Tage-Woche wurde einigermaßen skeptisch beäugt. Jedoch war schnell angenehm aufgefallen, dass davon bloß noch sieben Zehntel auf Arbeitstage entfielen. Dazu wurde eine neue Institution ins Leben gerufen: der »Neutag«.

Nytakas, der gefeierte große Mensch unserer Zeit, gab seinen Schäfchen dafür ein Gedicht, mit welchem er nicht nur Zeit brachte, sondern auch Rat:

 

»Ist der Tag Null, Vier oder Neun,

tun wir Arbeit und Mühen scheun.

Von Tag Eins bis zur Drei

schaffen wir allerlei.

Auch von Fünf bis Sieben

wird nicht liegen gebliebn.

Ist der Tag eine Acht,

So wird Neues betracht.«[7]

Während der literarische Wert dieses Werkes von Nytakas Suiger ebenso verneint wird wie der seines »Tagebuches«, so ist der Impakt auf die Gesellschaft nicht zu unterschätzen. Die Struktur der neuen Woche wurde der Masse der Bevölkerung damit zugänglich und medial transportabel gemacht. Der Inhalt wird von der Form getragen.

Die mediale Unterstützung des Nytakas und seiner großen Ideen ist tatsächlich rätselhaft, obgleich ihm die Unterstützung aus den Reihen vieler Medienunternehmen immer sicher war. Allerdings ist kaum bestreitbar, dass sie es war, welche bei allen großen Reformen, insbesondere auch der neuen Woche, eine fundamentale Stütze war. Doch, wie nicht wenige Experten noch heute meinen, ist diese »neue Woche« keine Struktur, welche große Unterstützung nach ihrer Etablierung bedarf, da sie ausgewogen ist und viele Interessen kurz- und langfristig bedient.

Damit gestaltet sich die Woche wie folgt: Die Woche beginnt mit einem freien Tag, auf den drei Arbeitstage folgen (bzw. Tage, an denen keine Zuschläge für Arbeit fällig würden) und darauf folgen wieder ein freier Tag und drei Arbeitstage. Dann kommen der Neutag und der dritte reguläre, freie Tag. Im Zeitgefühl und dem Verständnis in der Praxis entwickelte sich die Woche der Neuzeit wie schon die Altzeit. Die neue Woche beginnt für die meisten Menschen mit den drei Arbeitstagen und endet mit zwei bzw. drei freien Tagen.

Eine weitere Maßnahme zur Etablierung der »neuen Woche« war die akustische Zeitgliederung in vielen Städten: Kirchtürme mussten spezielle Melodien für jede Art (Arbeit, Neu, Frei) von Wochentag im Vierteltagtakt läuten.

Der Neutag

Der große Stolz der Nytakas-Regierung ist der in jedem Jahr 100 mal auftretende »Neutag«. In jeder Woche eines jeden Arbeitnehmers musste ein Tag an einem fremden Arbeitsplatz im eigenen oder in einem fremden Unternehmen verbracht werden. Gedacht war dies als ein Perspektivwechsel, der den mentalen Austausch und Fortschritt der Gesellschaft von unten her fördern sollte.

Ursprünglich als Tag Nummer Acht gedacht, konnte, wie schon bei Wochenenden seit Ewigkeiten bekannt, festgestellt werden, dass nicht jeder Arbeitsplatz so flexibel besetzbar war. Es war unmöglich, einfach an einem Tag der Woche jeden Arbeitnehmer zu rotieren, wobei einige wenige Positionen von vornerein schon ausgeschlossen wurden (z.B. Staatsbedienstete und staatliche Grundversorgung).

In der Praxis sah das so aus, dass ein Arbeitnehmer 6 Tage je Woche an seinem Schreibtisch oder am Fließband, welches es in der Form zu dieser Zeit noch an vielen Orten gab, arbeitete, an 3 Tagen frei hatte und am achten Tag, sofern dies die Art seiner Arbeit zuließ, per Gesetz an einen anderen Arbeitsplatz musste, der sich in der Regel außerhalb seines Unternehmens befand. Dort arbeitete er vielfach mit anderen Werkzeugen, anderen Methoden, zu anderen Zeiten mit anderen Kollegen.

Nytakas nannte dies eigentümlich »Kochlöffel-Prinzip«, worüber man sich schon zu Beginn amüsierte. Ziel war es, die »geistige Evolution« zu fördern. Dadurch, dass Strukturen mit immer frischen fachfremden Menschen herausgefordert wurden, konnte ihre Effizienz und Sinnhaftigkeit andauernd geprüft werden. Menschen wurden dafür in einem Lotterieverfahren wöchentlich auf lokal verfügbare andersartige Jobs zugeteilt.

Systemrelevante Jobs fielen, wie auch staatliche nicht unbedingt unter diese Neutag-Regelung. Staatsbedienstete erhielten nur in Ausnahmefällen auf Antrag die Möglichkeit, außerhalb des eigenen Arbeitsplatzes im eigenen Haus oder außerhalb zu arbeiten, während fast jeder staatliche Arbeitsplatz eine Kapazität bereithalten musste für andersqualifizierte Menschen, die zugeordnet wurden.

Um größeres Chaos zu vermeiden, durfte man sich zu Beginn aus dem System günstig herauskaufen, wobei der Preis dafür von Jahr zu Jahr stieg. Immer mehr Gesetze regelten Ausnahmen und Verfahren, um eine gute Mischung von Rotation und Funktionalität am Achten Tag zu gewährleisten. Die Realität bot an diesem Tag vielfach keinen Unterschied zu den »Samstagen« der alten Zeit, an denen grundsätzlich keine Arbeit verboten war, vereinzelt üblich oder wie für einige Menschen an Sonntagen notwendig, aber im großen und ganzen für die meisten arbeitsfrei. Man entschied sich daher dazu, Anreize für das Arbeiten zu setzen und jedermensch Möglichkeiten außerhalb des normalen Jobs zu ermöglichen.

Das neue Jahr

Während das alte Jahr noch eine Kongruenz zum Sonnenjahr hatte, mit seinen ca. 365.25 Tagen, und das Saisonale einigermaßen verlässlich auf Jahr und Monat übertragbar war, so brachte das 1.000-Tage-Jahr spürbare Veränderungen im Verhältnis von Zeitgefühl zu Zeitsystem, was selten gut ist. Das neue Jahr war weniger greifbar als das alte und damit etwas künstlicher in der Erscheinung.

Hilfreich waren für die Akzeptanz im Volk neben dem Support aus den Medien zweierlei: Die moderne Landwirtschaft wurde immer weniger abhängig von Klima und Wetter und damit freier von Jahreszeiten, womit auch das Jahr selbst weniger von Bedeutung war. Ebenso war die Landwirtschaft schon in den alten Tagen immer weniger präsent im Leben der meisten Menschen, sie kamen nicht mehr in Berührung mit dem primären Sektor. Dazu gesellte sich noch das drohende Chaos durch den Klimawandel, der hier und da schon mit seinen Vorboten Temperaturen und Wetter aus seinen verlässlichen Angeln hob. Das Künstliche war so oder so geboten, da die Natur dem Menschen weitaus weniger geneigt war, als dies noch (alte) Jahrzehnte zuvor so schien.

Die neuen Stunden/Minuten/Sekunden

Der Einfluss auf die Gesellschaft war auch bei den »neuen Stunden« groß, allerdings bedeutend geringer als der der Woche. Größer wäre der Einfluss womöglich bei einem Erfolg des »Erdstreifenplans« gewesen.

Die alten Regelarbeitsstunden, d.h. die gültigen Arbeitsstundenlimits pro Tag für die meisten Arbeitnehmer, wurden im Kern bloß übernommen, d.h. umgerechnet. Gleiches galt für die jeweiligen betrieblichen Arbeitszeiten und -Abläufe.

Zu nennen sind von allen Einflüssen der neuen Stunde auf die Gesellschaft die Erfordernis des Wechsels aller Ziffernblätter von Armbanduhren und Kirchentürmen und das nötige Erlernen weiterer Zeitintervalle, da beispielsweise die neue Sekunde 1,44 alte Minuten sind und der Sekundentakt der Alten Zeit am besten mit der neuen Hundertstelsekunde vergleichbar ist.

Volkstümlicher Umgang mit der Neuzeit

Die Unterscheidung zwischen volkstümlicher Realität und der exakten Systematik ist insofern relevant, als dass die Systematik auf Mathematik aufzubauen versuchte und das Volk matheaffiner machen sollte, aber in der Breite der Gesellschaft neue, scheinbar praktischere Umgangsformen mit der Zeit und Begriffe für die Zeit gängig wurden.

Weit verbreitet ist für die Bezeichnung eines Zeitraums, zum Beispiel eines Jahres[8], anstelle der korrekten Begriffe wie »13.000«, »zwischen 12.000 und 13.000«, um »13 Tausend herum«, »13k«  oder »13*10^3«, die Nutzung von Begriffen wie »13-3«, »zwischen 12 und 13-3«, »um 13-3 herum«, »13-3« oder einfach »13«, da dies zur Verständigung je nach Kontext meist schon reichte. Entsprechend geht man auch mit Exponenten für Monate, Wochen und sogar Sekunden um: Während »13-3« 13.000 bedeutet, meint man mit »3-1« 30, damit also den dreißigsten Tag oder das Ende der dritten Woche, oder, je nach Kontext eben die dritte Woche. Eine Sekunde ist mit »1 hoch minus 3« bezeichenbar, während ein Tag als Ausgangspunkt der Zeitrechnung »1-0« ist.

Allerdings hat sich auch die Begrifflichkeit der alten Rechnung in der neuen gut eingefügt und die alten Begriffe bekamen bloß neue Bedeutungen. Dies fiel beim Tag naturgemäß nicht schwer, bei der Woche und dem Monat auch nicht sonderlich. Das neue Jahr hingegen wurde anfänglich genauso problematisch wie die neuen Stunden und Minuten. Im Rauschen der großen Veränderungen und der allgemeinen Fortschrittsstimmung konnte dies jedoch bemerkenswert schnell überwunden werden.

Systematik des Nytakas

In seiner Rede von 11.925 pries Nytakas nicht bloß die Einführung eines »logischen Zeitsystems« und die »damitverbundene Beseitigung letzter Irrationalitäten unserer Welt«, sondern auch eine neue Begrifflichkeit.[9] Dazu gehörten neue Grundzeichen, aus denen sich Begriffe für Zeitintervalle bilden sollten. Diese Grundzeichen sind eine echte Teilmenge des damals und heute noch immer gültigen Alphabets, das alle Reformbemühungen überlebt hat. Jede Intervallgröße baut sich aus drei Zeichen auf, wobei das erste und letzte Zeichen je ein Element aus der Menge V(A,I,O,U,Y[10] ist und das mittlere Zeichen ein Element aus der Menge K(D,G,K,L,N,S,T,Z) und 5*8*5=200 Kombinationen möglich sind. Ursprung dieses Systems ist die Nutzung zur Beschriftung von Texten seiner Studienzeit, wie nicht wenige Quellen mutmaßen lassen.

Dabei bezeichnet der Begriff »Aki« eine Zehntelsekunde, »Ako« eine Sekunde, »Aku« eine Minute, »Aky« eine Stunde, »Ala« einen Tag, »Ali« eine Woche, »Alo« einen Monat, »Alu« ein Jahr, »Aly« ein Jahrzehnt, »Ana« ein Jahrhundert und »Ani« ein ganzes Jahrtausend. Dabei ist immer zu bedenken, dass die Rede von den »neuen Zeiten«. Die zum Zeitpunkt der Rede noch gültige alte Zeitrechnung war dabei auch von Nytakas nicht gemeint. Das Jahr, bekannt mit dem Bezeichner »x*10^3« oder »x-3«, ist für Nytakas mit »Alu« zu bezeichnen.

Durchgesetzt hat sich weder in der Gesellschaft noch von staatlicher Seite das Alphabet des Nytakas und somit wurde aus einem Jahr in der Neuen Zeit nicht ein »Alu«, sondern ein (neues) Jahr. Sprach man von Zeiteinheiten der alten Zeit, so musste man ein »AZ« beifügen, wie auch das Anhängen eines »NZ« noch immer üblich ist bei der Neuzeit.

Probleme der gemeinen Neuzeit

Die Einführung der Neuzeit brachte einige Probleme. Die technischen Probleme, die schon eine Revolutionszeit im Laufe der Französischen Revolution verhinderten, gab es um 12.000[11] nicht. Die meisten Menschen tragen seit vielen Jahren und Jahrzehnten Digitaluhren bzw. andere digitale Geräte, die bloß Software-Updates benötigten, und die Masse besaß keine mechanischen Uhren, welche nur sehr teuer zu ersetzen, bzw. an die Neuzeit anzupassen waren. Dadurch war dieses eine Problem verhältnismäßig schnell gelöst.

Die gesellschaftliche Akzeptanz ist bei Neuem immer problematisch, generell. Die Masse hält fest an Altem, schon bloß, weil sie das Neue nicht kennt – noch nicht. Als Nytakas Neues brachte, musste es daher schnell gehen und die Zeit des Umschwungs und sein medialer Höhenflug schnell genutzt werden. Eine ausdrucksstarke Stimme, ein makellos geschmicktes, metrosexuelles oder androgynes Gesicht mit stylischer Frisur mit Strähnen und strahlend blaue, ausdrucksstarke Augen helfen auch in der auf Äußerlichkeiten fixierten Gesellschaft nur bedingt weiter. Am Ende brauchte es noch die mediale Unterstützung.

Der Austausch mit anderen Staaten brachte zusätzliche Probleme. Der Wirtschafts- und Kulturraum des nach Jahrtausenden (NZ) endlich vereinigten FF-Europas ist groß und könnte beinahe autark wirken, doch der Austausch mit anderen Staaten war aus vielen Gründen nötig und wurde natürlich nicht infrage gestellt. Die Altzeit ist weiterhin in einem Großteil der Welt dominant. Nur vereinzelnd findet die Neuzeit langsam Anhänger in anderen Staaten. Die Gunst der Stunde, in der sie hier eingeführt wurde mit allen Vorteilen, gab es in den meisten anderen Staaten noch nicht bzw. wurde sie nicht ergriffen. Das Festhalten an Altem verlangt weniger politischen Mut als das Wagnis des Neuen. Nur so lässt sich das Festhalten anderer Staaten an der Altzeit erklären, wie auch das irrationale Bekenntnis der Vereinigten Staaten von Amerika zu unwissenschaftlichen Messsystemen für Längen, Volumina usw.

Die Umrechnung ist mittlerweile für wirtschaftliche Zwecke längst in Buchungssysteme und Systemsoftware integriert. Im Alltag stellt es Menschen mit Kontakt zu anderen Staaten kaum noch vor Schwierigkeiten.

Übrig bleibt das zunächst große Problem der Wissenschaften mit dem Nullpunkt, was schon in der Altzeit ganz offen unelegant gelöst wurde.[12] Dies wurde für die Neuzeit jedoch simpel und nachvollziehbar mit den zwei bedeutenden Wissenschaftskonventionen und den einfachen Notationen dargestellt:

Konventionen der Wissenschaften

Wie schon der Holozän-Kalender einige Nachteile der Altzeit zu lösen versuchte, in dem genau 10.000 Jahre der Altzeit hinzugefügt werden sollte, um alle wichtigen geologischen, historischen und kulturellen Ereignisse ab Beginn der Menschheitsgeschichte mit positiven Jahreszahlen zu datieren, fügt man nach der jeweiligen Wissenschaftskonvention 1 Millionen Tage oder eben eine Milliarde Tage hinzu. Die Nutzung einer der Konventionen ist nicht fakultativ. Keine staatlichen oder wissenschaftlichen Institutionen oder Behörden akzeptieren im FFE negative Daten.

Die Notation für das Datum, welches in der alten Zeit den Geburtstag des Präsidenten Nytakas angibt, 22.02.2000 (AZ), ist 52 (NZ) in der gängigen Schreibweise und 1.000.052 (NZG) in der Schreibweise, welche im geisteswissenschaftlichen Diskurs vorherrscht, und 1.000.000.052 (NZN) in der bloß naturwissenschaftlich genutzten Konvention. Wohl gemerkt: Ein NZ-Datum würde im außeruniversitären Kontext kaum in der NZG oder gar NZN-Notation notiert werden, falls es positiv in der NZ ist.

Nordwinkelverordnung

Für viele Städte des FFE gelten Nordwinkelverordnungen, deren Sinn und Zweck es ist, Sonnenlicht für untere Stadtbereiche zu ermöglichen. Gewöhnliche Hochhausstädte sind so hoch gebaut, dass Wolkenkratzer Menschen auf Straßenniveau Sonnenlicht rauben. Das ist in Städten des FFE nicht anders, diese Städte sind besonders hoch gebaut. Da in den meisten dieser Städte die finanziell schlechter gestellte Bevölkerung fast komplett auf die untersten 30 Meter verteilt ist, wäre sie dabei fast im Dunkeln gehalten.

Vermutlich mehr symbolpolitisch wurde festgelegt, dass bei Gebäuden nach einer konkreten Formel ab einer bestimmten Höhe der nördliche Teil deutlich abgeflacht sein muss, damit das Sonnenlicht einer hochstehenden Sonne zu einem größeren Anteil unten ankommt.

Annuki, 24.000NZ

Perispasmos-Religion

Die größte Religion der Oberen[13] der meisten Städte des FFE. Es herrscht bei den sieben bekanntesten Mitgliedern wie Biuresap Poreng, Tiariava Itager, Liuraux Enguru, Ari Autger, Luga Hunger, Dianivi Frabra und Diacae Sweger der Glaube, eine der Menschheit nicht bekannte Gottheit müsste abgelenkt bzw. unterhalten werden. Sollte sie einmal nicht unterhalten werden durch größeres Spektakel, so würde ein größeres Unheil auf der Welt geschehen, welches die Menschen selbst nicht im Griff haben, beispielsweise große Sintfluten, Meteoriten, Erdbeben oder Vulkanausbrüche. In manchen Strömungen herrscht die Vorstellung, man muss sogar Katastrophen herbeiführen. Dabei sei es besser, sie selbst bewusst auszulösen und dabei eine Art kontrolliertes Chaos zu generieren, während Götter oder eine Gottheit immer bloß unkontrollierbares Chaos der Menschheit brächten, wenn sie gelangweilt wären.

In Annuki gibt es schätzungsweise 7.000 Perispasmostiker, es ist ihre Hochburg. Während es in den meisten Städten Europas wie in Erlbin und Drimad nahezu keine Perispasmostiker gibt, finden sich noch in Bren und Donlon schätzungsweise je 1.000 bis 3.000 Anhänger.

Spötter meinen, dass in Wirklichkeit das Volk oder wenigstens Menschen, die Zeit für solche Hirngespinste haben, Ablenkung oder sinnvollen Zeitvertreib bräuchten.

Redewendungen

Abschied

Die formale Abschiedsformel in den zentraleuropäischen Städten ist »Lebe lang – gut und gerne!« Die üblicheren Kurzformeln sind: »Lang, gut und gerne!« bzw. sogar »gerne«.

Schuldbefreiungsantragsannahme

»Ohne Schuld, ohne Ruhm« ist die übliche Annahme einer Entschuldigung, jedoch ist diese Phrase auch bei anderen Gelegenheiten üblich. Wahlweise wird auch »ohne Ruhm, ohne Schuld« gesagt.

Während in der Alten Welt und der anderen Welt noch mit »Entschuldigung angenommen« auf einen Schuldbefreiungsantrag reagiert wurde, wurden wissenschaftliche Erkenntnisse mehr und mehr in das tägliche Miteinander eingebracht, um es Menschen einfacher zu machen, miteinander zurechtzukommen. Aufgrund der turbulenten Zeit und der massiven Unzufriedenheit mit der Anderen Welt wurde die neue Formel gut und schnell angenommen.

Rotverordnung

Nytakas Suigers große Errungenschaft für Sicherheit im öffentlichen und privaten Raum war die Kontrolle der Farben. Ab Beginn seiner Regentschaft wurden rigoros Farben neu sortiert und zweckmäßiger eingesetzt. Dabei wurde ein Farbspektrum besonders unter die Lupe genommen: die Farben, die im regelmäßigen Alltagsgebrauch als »rot« bezeichnet werden. Für sie galt sobald, dass jedwede Verwendung im privaten oder öffentlichen Raum verboten war, falls die zuständige Ordnungsbehörde nicht die dem Nutzen zugeordnete erkennbare sicherheitsrelevante Assoziation anerkennt. Damit war es verboten, die eigenen vier Wände, die eigenen Klamotten oder sonst irgendwas in rot zu besitzen, falls es sich nicht bspw. um den Notrufknopf des Wohncontainers handelt.

Damit wurde die kognitive Verbindung zwischen der Empfindung der Farbe Rot und dem Ergreifen sicherheitsrelevanter Handlungen gestärkt. In Gefahrensituationen hilft seither die intuitive Orientierung nach Rotem, um schnell zur Gefahrenabwehr zu schreiten. Rot wird seither bloß noch mit Gefahren bzw. ihren Lösungen assoziiert.

Widerstände in der Gesellschaft gab es natürlich auch bei dieser Verordnung. Und immer wieder brauchte es gesetzliche Neujustierungen. So zum Beispiel setzten Klagen von Verbänden unter anderem die Nutzung der Farbe Rot für Haarfärbungen durch, um biologische Nachteile bzw. Andersartigkeiten gegenüber rothaarig geborenen Menschen ausgleichen zu dürfen.[14]

S-Ebene

Als S-Ebene wird das Skyway-Netz bezeichnet. Es handelt sich um ein privates Straßennetz, dem sich die Betreiber- und Eigentümergemeinschaft der überwiegenden Mehrheit der Wolkenkratzer Annukis angeschlossen haben. Sie betreiben und kontrollieren es.

Die S-Ebene liegt ca. 30-40 Meter über der A-Ebene bzw. dem normalen Straßenniveau. Es verkehren auf dieser Ebene sowohl Elektroscooter und -Roller/-Räder wie auch größere E-Autos.

Der Zugang zur S-Ebene ist privatrechtlich geregelt und ist allgemein allen Bewohnern höherer Stockwerke Annukis erlaubt. Auch Bewohner unterer Etagen haben begrenzt gültige Zutrittserlaubnisse, falls sie Mitarbeiter in Büros/Betrieben in höheren Etagen sind.

Schulsystem Annukis

In doppeltem Sinne begann 11.925 eine neue Zeitrechnung für Schulen mit Beginn der fortschrittlichen Bildungspolitik Nytakas. Die ersten Maßnahmen waren:

  • Abschaffung absoluter Noten. In Klassen messen sich Schüler relativ. Es gibt somit in jeder Klasse bei Klausuren Bestnoten, wie es auch schlechteste Zensuren gibt.
  • Parallelklassen einer Schule messen sich untereinander: Hiermit werden Lehrkräfte bewertet.
  • Gleiches Verfahren gilt für Schulen, die großen Vergleichstests werden staatlich vorgeschrieben. Die Vergleichsmaßstäbe werden dann auf dem Arbeitsmarkt genutzt um Zeugnisse von Bewerbern unterschiedlicher Schulen zu gewichten.
  • Schüler haben freie Schulwahl unter den Schulen, die sie annehmen.
  • Für die erste Klasse muss die jeweils geografisch nächste Schule alle Schüler annehmen.
  • Lehrkräfte haben immer feste Räume.
  • Schulen sind dazu angehalten im Rahmen des vorgeschriebenen Stoffs ihre methodischen Freiheiten voll umfänglich zu nutzen und auch den Wettbewerb um Entwicklungserfolge zu fördern.

Schwarzfrüchte

Der Widerstand gegen genetisch veränderte Pflanzen bzw. Nahrungsmittel wurde mit der politischen Aufbruchstimmung und dem (bio-) technischen Fortschritt fast unbemerkt aufgelöst.

Das Hauptnahrungsmittel der Masse der Bevölkerung, insbesondere Annukis, sind neben einigen in der Stadt leicht anbaubaren Gemüsesorten nun die geschmackvollen und nährstoffreichen Schwarzfrüchte, einer stark genetisch veränderten Pflanze aus alten Tagen. Sowohl Blätter als auch Frucht selbst erscheinen vollkommen schwarz, da sie genetisch so angepasst sind, dass sie aus dem Lichtspektrum des für den Menschen sichtbaren Lichts nichts mehr reflektieren, sondern alle Energie absorbieren. Ein wesentlich größerer Anteil des Lichts wird daher in Kohlenhydrate verwandelt. Der zweite Vorteil dieser Schwarzfrucht ist die einfache Herstellung. Innerstädtisch und in den Gewächshochhäusern der Stadt wird damit dem Urbanisierungs- und Kulturraumflächenbeschränkungsgebot Rechnung getragen – und die Masse der Bevölkerung ohne negative Effekte wie aus den Hülsenfruchtstudien Liebigs günstig versorgt.

In den marktüblichen Züchtungen beinhaltet sie Fette, Kohlenhydrate und Proteine, wie auch Mikronährstoffe in praktisch exakt den Anteilen, wie sie Ernährungsinstitute unserer Zeit empfehlen.[15]

Sieben-Sekunden-Strafe

Allgemeines

Als 7-Sekunden-Strafe bezeichnet man den Ausschluss eines Menschen aus einer Stadt. Diese Strafe kann von einem Gericht wie auch von einem Ausschuss gewählter Abgeordneten ausgesprochen werden. Ein 7-Sekunden-Beschluss kann nur in einem qualifizierten Mehrheitsentscheid der wahlberechtigten Einwohner der betroffenen Stadt aufgehoben werden. Anwendung findet diese Strafe insbesondere bei Mord, Totschlag und Sexualdelikten.

Begriff

Die Herkunft des besonders in Annuki, Uncemhen und Rispa gängigen Begriffs der 7-Sekunden-Strafe ist weitestgehend unbekannt. Gängig sind zwei Theorien.

Die in Annuki und Rispa am häufigsten vertretene Theorie ist die Distanz-Theorie: Demnach ist im behördlichen Gebrauch bei Planungen zur neuen Strafgesetzgebung festgestellt worden, dass der Gefangentransport etwa 7 Sekunden im B-Netz vom Stadtgericht Annukis bis ins Freiland/Nomansland benötigt. In Rispa ist diese Theorie weniger wegen ihrer Glaubwürdigkeit beliebt, vielmehr liegt es daran, dass die Distanzen in Rispa ähnlich sind.

Der Numerologie-Theorie nach wurden im Stab des Nytakas Überlegungen für neue Rechtssysteme Strafen vorhandener, alter Rechtssysteme gesammelt und analysiert, um dann humane und fortschrittliche Strafen zu entwickeln. Dabei gab es für jeden Entwurf einer Strafe eine Nummer und die 7-Sekunden-Strafe war ursprünglich lediglich die siebte Strafe.[16]

Mit Einführung dieser Strafe und der Umsetzung der Kulturraumbegrenzungsrichtlinien im FFE damit begonnen städtische Gefängnisse aufzulösen. Dabei wurden Gefangene vor die Wahl gestellt, ins Freiland zu gehen oder im Gefängnis zu verbleiben. Mittlerweile sind alle ehemaligen Gefangenen tatsächlich aus den Gefängnissen heraus und sind je nach Haftlänge ihrer alten Strafen wieder Teil einer städtischen Gesellschaft.

Die Siebensekundenstrafe hat keine zeitliche Begrenzung. Ein einmal ausgeschlossenes Wesen hat keine vorgesehene Möglichkeit, sich wieder in die Stadtgemeinschaft einzufügen. Bloß Volksentscheide oder eher unbeliebte Beschlüsse des Asyl-und-Resozialisierungsausschusses können eine Wiederaufnahme in die Gemeinschaft bewirken.

Trivia

Es bestand in der Regierung Nytakas I zunächst die große Sorge, wie diese Strafe bzw. der Gesetzesentwurf angenommen wird in der Bevölkerung. Daher startete man eine Werbekampagne, um die positiven Aspekte der Strafe und ihre humane und moralisch fortschrittliche Seite hervorzuheben.

Anzeigen warben in fast allen Städten mit Botschaften wie »Gefängnis ist von gestern – ab heute: Frei wie Vögel«, »Freiland ist wie der Himmel: human, aber noch nicht heute« und »Verbrecher in 7 Sekunden weg vom Fenster«. Beamten Annukis wurden von Seiten Menschenrechtsorganisationen Geschichtsvergessenheit im Umgang mit dem Begriff »vogelfrei« vorgeworfen.

Dabei gab es satirische Überlegungen in der Kabarettszene Rispas, die Gerichte auf Anhöhen an den neuen Stadtmauern zu verlegen und Gefangene praktisch im Stile der Prager Fensterstürze zu entsorgen. Sprecher des Ministeriums für Asyl- und Resozialisierungsanglegenheiten dementierten derartige Überlegung der Regierung.

Sofia-Akademie

Diese Institution hat Standorte in vielen größeren Städten Europas, der Sitz ist in Rispa. Hauptziel der Akademie ist es, hochtalentierte junge Köpfe – aus allen Schichten – der Städte des FFE jung aufzunehmen und besonders zu fördern in Naturwissenschaften, Sport und Philosophie. Die Sofia-Akademie ist organisiert als eine unabhängige nichtgewinnorientierte Organisation und wird durch staatliche Zuschüsse finanziert. Spenden darf sie nicht annehmen.

Sobald junge Menschen dort aufgenommen sind, verbleiben sie dort in der Regel ihre ganze Jugend, teils bis ins mittlere Alter. Es handelt sich um eine totale Institution. Sie bietet Arbeit, Unterkunft, Essen, Bewegung und einen gewissen Schutz vor der Gesellschaft und vermeintlich negativen Einflüssen. Die Zahl der Aufgenommenen richtet sich nach der Finanzlage der Akademie und der gesichteten talentierten Köpfe. Die Aufnahme kann nicht erkauft werden.

Ziel ist es, die Wissenschaften zu fördern, ihre Elite aufzubauen und sie ihre Kompetenzen nicht dem Zwischenmenschlichen widmen zu lassen, sondern Humankapital gut anzulegen. Außerdem sollen sie sich nicht mit Politik oder der Ellbogengesellschaft beschäftigen müssen.

Aus der Sofia-Akademie stammt auch der berüchtigte Devnull-Zirkel in Donlon, welcher rein spendenfinanziert ist und sich aus ehemaligen Sofia-Angehörigen rekrutiert, die von dort verwiesen werden – hauptsächlich wegen Gedanken, die zeitgenössisch unpopulär oder undenkbar gelten. Dort finden die abwegigsten Philosophie-Diskussionen und Lesekreise Europas statt.


  • [1]Produzenten von Kinderpornografie werden regelmäßig mit der 7-Sekunden-Strafe belegt, während Konsumenten durch Therapien die Einser-Dauer mindern können.
  • [2] Eigentlich ein irreführender Begriff für eine Gruppe von durchschnittlich 10 Millionen Einwohnern.
  • [3] Außerhalb einer Stadt ist man im FFE praktisch besitzlos – jedenfalls nahezu eigentumslos.
  • [4] Wintertage sorgen in unseren Breiten für leichte Ausnahmen durch die verminderte Helligkeit.
  • [5] Im Wissenschaftlichen war der Bedarf nach dem Dezimalen schon in der Altzeit gegeben.
  • [6] Die Bedeutung der Minute (NZ) ist natürlich wesentlich größer und ihre Verwendung ist häufiger als die der Minute (AZ). Die Bedeutung ist eben eine andere.
  • [7] Es sind verschiedene Versionen im Umlauf.
  • [8]Jeder Zeitbegriff bezieht sich auf die neue Zeitrechnung falls nicht anders angegeben.
  • [9]Diese Begriffe setzten sich (zu Recht) allerdings nicht durch und sind auf Größenwahn und Überschätzung der eigenen Persönlichkeit zurückzuführen)
  • [10] Wie ein »ü« auszusprechen.
  • [11] Oder auch 12k NZ
  • [12] Es bestritt schon damals niemand, wie schwierig Tage negiert vor einem Nullpunkt darzustellen sind. Allerdings ist zuzugeben, dass die Neuzeit mit den Tagesbruchteilen im Negativen vor größeren Schwierigkeiten stand.
  • [13] Die Unteren sind dagegen jedenfalls in der Mehrheit praktische Atheisten oder Agnostiker, zum Christentum bekennen sich jedoch noch einige Untere. Unter den Weltanschauungen sind die Perispasmostiker auch unter den Oberen eine verschwindend geringe Minderheit, besonders im Vergleich zu den Atheisten.
  • [14] Ein Grundsatz der frühen Jahre der Nytakas-Regierungszeit war es, jedem Menschen es zu ermöglichen jede menschliche Eigenschaft, mit der man geboren werden konnte, operativ zu erwerben, um völlige Startgleichheit zu ermöglichen bzw. Ungleichheiten auszugleichen; jedenfalls sollte staatlich dies angestrebt werden. Insofern war das Anliegen nicht-rothaarig geborener Menschen vollkommen berechtigt. (Gesetze aus dem Ministerium für Soziales, individuellen Nachteilsausgleich und Familie (meist Sinaf genannt) in Ranaka)
  • [15] Was regelmäßig Gegenstand Verschwörungstheorien ist.
  • [16] Die Zweierstrafe ist beispielsweise die Strafe für direkte Wiedergutmachung.

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